Blockflöte

Kurzinfo

frühestes
Einstiegsalter ca.:
ab 6 Jahre
   
Eingangs-
voraussetzungen:
keine (der vorherige Besuch der MFE wird empfohlen)
   
Unterrichtsformen: Gruppenunterricht, Partnerunterricht und Einzelunterricht, selten auch Klassenunterricht.
   
Dozenten: Cordula Haake, Andrea Neumann-HeymeChristine Stoffel, Elke Weymann
   
musikalische Betätigungsfelder: Kammermusik, gemischte Ensembles, Blockfötenensemble, Blockflötenquartett, Folklore und „Alte Musik“
   
Instrumente: Zunächst Unterricht auf der Sopranblockflöte barocke Griffweise. Später kann auf die Altblockflöte gewechselt werden. Vor Anschaffung eines eigenen Instruments sollte unbedingt ein Beratungsgespräch mit dem Fachlehrer stattfinden.

Information zum Instrument

Die Blockflöte ist eine Längsflöte, die zur Gruppe der Holzblasinstrumente gehört. Blockflöten sind in der Regel dreiteilig und bestehen aus Kopfstück, Mittelstück und Fußstück. Sopranino-, Sopran- und Altblockflöten werden auch zweiteilig gebaut, wobei das Mittel- und Fußstück in einem Stück gefertigt sind.

Zur Tonerzeugung wird im Kopfstück mit Block durch den Windkanal der Luftstrom geformt. Der Luftstrom gerät an der Anblaskante in Schwingung, so dass die Luft abwechselnd ins Innere der Flöte und nach außen strömt. Die Frequenz der Schwingung und damit die Tonhöhe wird durch Resonanz mit der Luftsäule im Inneren des Instruments bestimmt.

Zur Erzeugung von Tönen müssen anders als beispielsweise bei der Querflöte keine besonderen Techniken erlernt werden. Bereits durch einfaches Hineinblasen ist das Erzeugen eines Tones möglich. Schwierig ist es, den Luftstrom genau zu bemessen; bläst man etwas zu wenig, bleibt der Ton aus, das Instrument spricht nicht an; ein bisschen zu viel Atem – und der Ton fiept und springt eine Oktave höher. Die Blockflöte hat eine konische Bohrung und 8 Löcher, die sehr sorgfältig mit den Fingern bedeckt werden müssen, damit die Töne nicht quietschen. Der fortgeschrittene Blockflötist in der Lage, durch verschiedene Anblastechniken eine Vielzahl an Klangvariationen zu erreichen.

Es ist immer der tiefste spielbare Ton angegeben, z.B. die Sopranblockflöte in c2 oder die Altblockflöte in f1. Die oben genannten Bezeichnungen der Blockflöten entsprechen den jeweils eine Oktave tieferen Stimmbereichen der sonstigen Musik. Die Lage der Tenorblockflöte (Tonumfang c1 bis d3) ist die normale Sopranlage, ähnlich der Sopran-Singstimme, Querflöte, Oboe oder Violine; die Bassblockflöte (f0 bis g2) erklingt in der Altlage, entsprechend Alt-Singstimme, Englischhorn oder Bratsche. Die Sopranblockflöte entspricht der Piccolo-Querflöte. Der Tonumfang der einzelnen Blockflöten beträgt jeweils etwa zwei Oktaven. Moderne, neu entwickelte Modelle, so genannte harmonische Blockflöten, erreichen einen Tonumfang von etwas mehr als drei Oktaven. Heute gängig sind vor allem Sopranino- bis Bassblockflöte. Daneben werden für spezielle Anforderungen Blockflöten für praktisch jede andere Lage gebaut.

Flöten werden seit prähistorischen Zeiten als Musikinstrumente verwendet; Flöten, die aus dieser Zeit erhalten geblieben sind, bestehen aus hohlen Knochen und weisen bereits Tonlöcher auf. Solche Flöten, bei denen der Ton durch eine Kernspalte erzeugt wird, kommen und kamen in der ganzen Welt in unterschiedlichsten Formen vor. In Europa etabliert sich die Blockflöte seit der Renaissance (14. Jh.) als ganze Instrumentenfamilie durch alle Tonlagen hindurch. Im 16. Jahrhundert war sie geradezu ein modisches Instrument. Wohlhabende Familien besaßen ganze Sammlungen von Blockflöten verschiedener Größe. Freunde luden sich gegenseitig zu Abenden mit Gesang und Blockflötenspiel ein.

Um 1700 veränderte Jacques Hotteterre, der Enkelsohn des Erfinders von Oboe und Fagott, die einfache Blockflöte von Grund auf. Von da an waren Tonhöhe und Stimmung einander angeglichen und auf einmal nahmen auch große Komponisten sich ihrer an. Es wurden Sonaten eigens für Blockflöten komponiert. Händel schrieb für sie, und in Bachs „Brandenburgischem Konzert Nr. 4“ hört man ihre schnellen Läufe. Über hundert Jahre lang war die Blockflöte sehr beliebt, besonders, nachdem Hotteterre sie verbessert hatte.

Dann wurde sie plötzlich durch die klangreichere Querflöte in den Schatten gestellt. Der sanfte, weiche Ton der Blockflöte passt gut zu Bratsche und Cembalo; gegen die kräftigeren Instrumente wie Geige und Klavier, die damals gebräuchlich waren, konnte er sich weniger behaupten. Eine Zeitlang gab es beide Flötentypen nebeneinander, dann führte die Blockflöte 150 Jahre lang ein Leben im Verborgenen.

1906 erwarb der Franzose Arnold Dolmetsch eine Blockflöte aus dem 18. Jahrhundert, die ihn so interessierte, dass er etwa 10 Jahre später die ersten modernen Blockflöten nach ihrem Vorbild bauen ließ.