Klarinette

Kurzinfo

frühestes
Einstiegsalter ca.:
ab 8 Jahre
Eingangs-
voraussetzungen:
Voraussetzung ist eine geeignete Zahnstellung. Der Unterricht kann nur bedingt bei fest montierter Zahnspange sinnvoll sein (der vorherige Besuch der MFE und Instrumentalunterricht in einem anderen Fach oder die MGA und das Instrumentenkarussell werden empfohlen).
Unterrichtsformen: Gruppenunterricht, Partnerunterricht und Einzelunterricht.
Dozenten: Virginie Allegret-Klages,
Malte Klages
musikalische Betätigungsfelder: Holzbläser Ensembles, Musikzüge, Blaskapellen, Blasorchester, Sinfonieorchester
Instrumente: Einige Mietinstrumente können für den Anfang über die Musikschule zur Verfügung gestellt werden. Vor Anschaffung eines eigenen Instruments sollte unbedingt ein Beratungsgespräch mit dem Fachlehrer stattfinden.

Information zum Instrument

Die Klarinette ist ein Musikinstrument aus der Familie der Holzblasinstrumente. Sie hat eine vorwiegend zylindrische Bohrung und ist mit einem Mundstück mit einfachem Rohrblatt ausgestattet. Der Name des Instruments, der „kleines Clarino“ bedeutet, wird darauf zurückgeführt, dass sie im hohen Register ähnlich klingt wie die hohe Clarin-Trompete.

Die verschiedenen Arten der Klarinette bilden eine eigene Familie. Zu dieser Familie gehören: C-, B-, A- und Sopran-Klarinetten, das Bassethorn (eine tiefklingende Klarinette), Bass- und Kontrabaßklarinette. Die „normale“ Klarinette in B, die auch im Jazz und in der Volksmusik verwendet wird, klingt einen Ganzton tiefer als sie notiert wird. Im Orchester gesellt sich zu ihr die A-Klarinette, sie klingt eine kleine Terz tiefer als notiert. Dazu kommen noch die Sopran-Klarinette in Es und die Bassklarinette.

Der eigentliche Tonerzeuger ist das etwa 12,5 mm breite einfache Rohrblatt, das am Mundstück befestigt wird. Es ist fast immer aus Rohrholz, selten aus Kunststoff. Üblicherweise wird die Klarinette deutscher Bauweise zunächst auf dem notierten c2 gestimmt, anschließend auf dem notierten g1. Zwei vorherrschende Griffsysteme sind das deutsche System (Oehler-System) und das französische System (Böhm-System). Die Grifftechnik der deutschen Klarinette leitet sich von der Barock-Blockflöte ab. Das Böhm-System vermeidet einige Doppelgriffe. Die Einfachheit der Griffe der französischen Klarinette verbunden mit der Klappentechnik der deutschen Klarinette findet sich auf modernen Saxophonen.

Die erste Klarinette wurde um 1700 von dem Nürnberger Instrumentenbauer Johann Christoph Denner (1655-1707) konstruiert. Die erste schriftliche Erwähnung der Klarinette findet man in einer 1710 von Denners Sohn Jakob verfassten Aufstellung von 23 Holzblasinstrumenten. Die Klarinette wurde aus dem Chalumeau entwickelt. Das Chalumeau ist ein Holzblasinstrument mit einfachen Holzblatt, sieben vorderständigen Löchern und einem Daumenloch. Es kam sehr gut in die tieferen Tonlagen. In den höheren waren die Töne eher schwach.

Christoph Denner entdeckte, dass man durch eine Klappe am oberen Teil des Instruments, eine viel bessere Klangqualität in den oberen Tonlagen erzielen kann. Denner ersetzte das schlecht verarbeitete Rohr durch einen schmalen Klangkörper und einer engeren Bohrung. Denners Sohn verbesserte den Klang der hohen Töne durch einen Schallbecher am Ende der Klarinette. Kurz danach teilte man die Klarinette in fünf ineinanderpassende Teile auf um sie besser bearbeiten, exakter bohren und um sie besser stimmen zu können.

Um 1750 waren die Klarinetten schon sehr gut gebaut und verarbeitet worden, sodass die ersten Komponisten sie in ihre Werke einbauten. Durch den recht großen Tonumfang eignete sie sich auch schon als Orchesterinstrument. 1764 wurde das erste Lehrbuch zur Klarinette geschrieben. Um die Intonation und die Spielbarkeit in allen Tonarten zu verbessern baute man ab dem 18.Jahrhundert Klarinetten in verschiedenen Tonlagen.

Der deutsch-russischer Klarinettist Iwan Müller präsentierte 1809 eine Klarinette mit genaueren Tonbohrungen und einem verbesserten Klappensystem. Das Instrument setzte sich bis ins 20. Jahrhundert vor allem wegen seiner Tonreinheit durch. Der Münchner Instrumentenbauer Theobalt Böhm (1794-1881) entwickelte 1832 eine verbesserte Klappentechnik für die Querflöte. Der französische Klarinettist Hyacinthe Klosé und der Pariser Instrumentenbauer Louis-Auguste Buffet übertrugen erfolgreich Böhms Mechanik auf die Klarinette. Heute gibt es viele unterschiedliche Instrumente aus dieser Familie, obwohl die Böhm-Mechanik am weitesten verbreitet ist.