Percussion und Stabspiele

Kurzinfo

frühestes
Einstiegsalter ca.:
ab 5 Jahre
   
Eingangs-
voraussetzungen:
keine (der vorherige Besuch der MFE wird empfohlen).
   
Unterrichtsformen: (Gruppenunterricht,) Partnerunterricht und Einzelunterricht.
   
Dozenten: Jörg Müller-Fest
   
musikalische Betätigungsfelder: Blasorchester und Sinfonieorchester. Außerhalb des Orchesters haben die Schlagzeuger ein riesiges Betätigungsfeld: Jazz, Rock, Pop und Salsa , Bigband, Tanzmusik und Neue Musik stehen ihnen offen. Die meisten Schlagzeuger spezialisieren sich deshalb auf bestimmte Instrumente (z.B. nur Vibraphon oder überwiegend Drumset) und Stilrichtungen. In jedem Ensemble sind sie aufgrund des vielfältigen Instrumentariums und des überdurchschnittlich großen Bewegungsradius die „Hingucker“ und „Artisten“. Sie gelten als künstlerisch eigenständig und hilfsbereit, da Instrumententransport und umständliche Aufbauarbeiten zu ihrem Berufsalltag gehören. Alleine stehen sie sehr selten auf der Bühne, übernehmen aber in jeder Formation solistische Funktionen und bestimmen das Tempo, üben also große Macht aus.
   
Instrumente: Für den Unterricht an der Musikschule stehen Instrumente zur Verfügung, sodass eigene Instrumente nicht jedes Mal transportiert werden müssen. Vor Anschaffung eines eigenen Instruments sollte unbedingt ein Beratungsgespräch mit dem Fachlehrer stattfinden.

Information zum Instrument

Ein Musikinstrument, das durch Schlagen, Schütteln oder Ähnlichem betätigt wird und so einen Klang bzw. Ton erzeugt, bezeichnet man als Schlaginstrument. Die meisten dienen vor allem dazu, den Rhythmus zu erzeugen. Einige Schlaginstrumente sind auch in der Lage Melodien und Harmonien zu spielen, wie Glockenspiel, Xylophon und Vibraphon. Die meisten Schlaginstrumente lassen sich in folgende zwei Kategorien einteilen: In die Idiophone, bei denen der Korpus selbst klingt, beispielsweise der Triangel; oder in die Membranophone, deren Geräuscherzeugung durch das Schwingen einer Membran erfolgt, beispielsweise bei der Trommel. Ferner unterscheidet man Schlaginstrumente mit definierbarer Tonhöhe wie zum Beispiel Pauken, Xylophone und Vibraphone und solche, die ein weniger definierbares Klangspektrum (Geräusch) erzeugen, wie Trommel, Becken und Kastagnetten. Für unterschiedliche Musik werden jeweils verschiedene Schlaginstrumente zu einer Gruppe zusammengestellt, die oft einen eigenen Namen bekommt: Schlagzeug, Schlagwerk, Perkussion oder Stabspiele.

Die heute gebräuchlichen Instrumente kamen nach 1700 durch die türkische Militärmusik nach Europa und somit in die hiesigen Opern- und vor allem in die Militärorchester. Trommeln oder allgemeine Rhythmusinstrumente an sich sind jedoch wahrscheinlich beinahe so alt wie die Menschheit selbst. In der Umgangssprache wird die große Trommel gern als Pauke bezeichnet. Dies ist jedoch schlichtweg falsch. Unter Pauken versteht man Schlaginstrumente mit einem halbkugelförmigen Resonanzkörper und einem waagerecht darübergespannten Fell, die meist paarweise geschlagen werden. Diese Pauken haben eine (be)stimmbare Tonhöhe im Gegensatz zu den Trommeln, die sich allenfalls in der Klangfarbe nicht aber in der Höhe des Tones verändern lassen.

Die Fülle der Schlaginstrumente ist schier unendlich. Vom Drumset (kombiniertes Schlagzeug aus großer und kleiner Trommel, mehreren Becken und Tom-Toms) für die Unterhaltungsmusik, über die Stabspiele (Lyra, Glockenspiel, Xylophon, Marimbaphon, Vibraphon) bis hin zu den Rassel- und Effektinstrumenten (Triangel, Schellenring, Holzblöcke, Hupen, Vogelstimmenpfeifen, usw.) haben die Schlagzeuger eine Menge Dinge zu bedienen.

Das Drumset ist eine Kombination verschiedener Schlaginstrumente. Im Standardaufbau besteht es aus fünf verschiedenen Trommeln und vier Becken, die im Sitzen mit verschiedenen Arten von Stöcken, Jazz-Besen oder Filzschlegeln und Fußpedalen bespielt werden.

In den verschiedenen Musikstilen findet man diverse Konfigurationen des Schlagzeugs vor. Während beim Jazz meist kleinere Trommeln benutzt werden, findet man in Rock- und Popmusik, durch die das Drumset sehr bekannt wurde, oft größere Sets, auch mit zwei Bass Drums (Double Bass), mit einer dementsprechend größeren Bandbreite an Trommeln, Becken und Percussionelementen.

Unter Schlagwerk versteht man die im Orchester verwendeten Schlaginstrumente. Zur „Grundausstattung“ des Schlagwerkes zählen die große und die kleine Trommel sowie die (türkischen) Becken.

Percussion ist ein sehr weit gefasster Begriff für eher kleinere Schlaginstrumente. Gelegentlich werden Schlaginstrumente allgemein als Percussion bezeichnet, was jedoch falsch ist. Bekannte Percussioninstrumente sind: Waschbrett, Maracas, Eggshaker, Conga, Kuhglocke und Claves, die zumeist aus dem afrikanischen oder südamerikanischen Raum stammen. Darüber hinaus zählen zur Percussion auch einige Nicht-Schlaginstrumente wie z. B. die Trillerpfeife im Samba. Auch wenn das Spielen von Percussionsinstrumenten teilweise sehr einfach aussieht, erfordern die meisten jedoch eine ausgefeilte Technik, um den vollen Klang zu entfalten.

Stabspiele, auch Mallet-Instrumente (von engl. mallet = Schlägel) genannt, sind gestimmte Idiophone. Gespielt werden sie mit bis zu vier Schlegeln mit einem Kern aus Kork, Holz, Metall oder Kunststoff, der bei manchen mit Faden umwickelt ist. Der Tonumfang ist bei größeren Instrumenten nahe dem des Klaviers, auch sieht die Anordnung der Platten aus wie eine Klaviatur.
Zu den Stabspielen gehören Stabspiele mit Holzklangstäben (Marimbaphon, Xylophon), Stabspiele mit Metallklangstäben (Metallophone) (Glockenspiel, Lyra, Vibraphon) und Stabspiele mit Klangkörpern aus anderem Material (Lithophon). Manchmal werden auch noch Röhrenglocken und Cymbales zu den Stabspielen gezählt.

Die Pauke ist ein Schlaginstrument aus der Gruppe der Membranophone. Die paarweise Verwendung ist üblich; einzelne Musikstücke erforderten aber schon seit dem 18. Jh. vier oder mehr Instrumente. Die Pauke besteht meist aus einem fast halbkugeligen Kupferkessel, der mit einem Fell aus Kunststoff oder Tierhaut bespannt ist. Ferner gibt es heute auch Paukenkessel aus Kunstmaterialien (z. B.: Fiberglas) oder Aluminium. Der Kessel hat unten in der Mitte ein kleines Loch, welches dem Luftaustausch beim Auf- und Abschwingen des Fells dient. Durch einen Mechanismus, der entweder unten am Fuß, im Paukeninneren, oder unter dem Rand angebracht ist, kann das Fell verschieden stark gespannt werden; so lässt sich – im Unterschied zur Trommel – die Tonhöhe des Klangs während des Spielens verändern. Pauken, bei denen das zeitraubende Anziehen der einzelnen Schrauben durch eine so genannte „Maschine“ ersetzt ist, welche auf die ganze Peripherie gleichmäßig wirkt, heißen Pedalpauken. Bei den Pedalpauken lässt sich die Tonhöhe mit Hilfe eines Fußpedals regeln. Somit ist der Paukist in der Lage, die Stimmung während des Spielens stufenlos zu verändern (Glissando). Eine weitere Sonderform ist die Wiener Pauke, bei der mittels eines Handrades nicht das Fell, sondern der Kessel durch Hebelbewegung auf und nieder bewegt wird. Heute benutzt man Pauken in fünf verschiedenen Größen mit einem Tonumfang von (Des–B), (F–d), (B–fis), (es–a) und (g–d’).