Violine (Geige)

Kurzinfo

frühestes
Einstiegsalter ca.:
ab 5 Jahre
Eingangs-
voraussetzungen:
keine (der vorherige Besuch der MFE wird empfohlen)
Unterrichtsformen: Gruppenunterricht, Partnerunterricht und Einzelunterricht.
Dozenten: Klaudia Piecha, Larissa Degner
musikalische Betätigungsfelder: Kammermusik, gemischte Ensembles, Streichquartett, Streichorchester, Sinfonieorchester
Instrumente: Instrumente in verschiedenen Größen können je nach Alter und Größe des Schülers in begrenzter Anzahl durch die Musikschule zur Verfügung gestellt werden. Wir empfehlen das Mieten der kleinen Größen und den Kauf der 4/4 Geige. Vor Anschaffung eines eigenen Instruments sollte unbedingt ein Beratungsgespräch mit dem Fachlehrer stattfinden.

Information zum Instrument

Die Violine oder Geige ist ein viersaitiges Streichinstrument. Das Wort Geige stammt aus dem deutschen Sprachraum und umfasste im Mittelalter alle bogengestrichenen Saiteninstrumente. Heute gilt der Begriff nur noch für die Violine. Die Bezeichnung Violine bedeutet „kleine Viola“. Die Saiten der Violine sind G, D, A, E und damit im Quintenabstand gestimmt. Die Bezeichnung der Saiten lässt sich leicht durch den Spruch: „Geh du alter Esel“ merken.

Der Korpus wird aus Decke, Boden und Zargenkranz gebildet. Die Decke ist der mit zwei F-Löchern versehene, gewölbte, aus Fichtenholz gefertigte obere Teil. Der Boden beziehungsweise Rücken ist meistens aus Ahorn gefertigt und ebenfalls gewölbt. Die Zargen sind die Seitenteile des Korpus und sind mit Boden und Decke nutverleimt. Sie bestehen meistens aus demselben Holz wie der Boden. Der Hals ist mit dem Griffbrett verleimt, das über den Korpus ragt. Das Griffbrett ist aus Ebenholz und daher schwarz, hart und verschleißfest. Der Korpus ist ein circa 35 bis 36 cm langer Hohlkörper. Der Stimmstock und dessen präzise Platzierung beeinflusst und reguliert den Klang der Geige erheblich. Es handelt sich bei ihm um einen zylindrischen Fichtenholzstab von etwa 6 mm Durchmesser, der zwischen Decke und Boden eingepasst, aber nicht verleimt wird. Über den Sattel am schmalen Griffbrettende führen die Saiten in den Wirbelkasten, der in der Schnecke endet. Die Saiten sind durch den Saitenhalter und die Wirbel mit dem Instrument verbunden. Über die vier Wirbel im Wirbelkasten werden die Saiten gespannt und auf die richtige Tonhöhe gestimmt. Die vier Saiten bestehen aus mit Silber- oder Aluminiumdraht umsponnenem Naturdarm, Kunststoff oder Stahldraht. Die höchste Saite ist die E-Saite und besteht meistens aus Stahldraht.

Der Bogen besteht häufig aus dem Rotholz Pernambuco. Gutes Pernambuco ist gerade gewachsen und die Fasern verlaufen parallel, die Bogenstange kann besonders dünn gearbeitet werden und weist eine ideale Elastizität auf. Das Holz eignet sich somit besonders für qualitativ hochwertige Bögen. Einfachere Schülerbögen sind meist aus Brasilholz gefertigt. Heute werden, auch von Berufsgeigern, zunehmend Bögen aus Kohlefaser verwendet.

Am unteren Ende des Bogens befindet sich der sogenannte Frosch aus Ebenholz. Zwischen Frosch und Bogenspitze sind die Bogenhaare eingespannt. Dies sind ca. 180 bis 250 Haare vom Hengstschweif bestimmter Pferderassen. Durch das Drehen einer Schraube wird der Bogen in Spannung versetzt (die Spannung muss nach dem Spiel jeweils wieder gelöst werden). Die Haare verfügen über feine Widerhaken, welche die Saiten beim Darüberstreichen in Schwingung versetzt. Dafür müssen die Haare aber zuvor mit Kolophonium, natürliches Balsamharz, präpariert werden. Das erreicht man durch mehrfaches Streichen des Bogens über einen Kolophonium-Block.

Die bis heute im Wesentlichen unveränderte Form der Violine ist seit etwa 1540 gebräuchlich und stammt aus Oberitalien. Geigen gibt es in unterschiedlichen Größen. Die 4/4-Geige ist das Normalmaß. Für Spieler mit kleineren Händen und für Kinder gibt es kleinere Geigen mit den Größenbezeichnungen 3/4, 1/2, 1/4, 1/8, 1/16 und 1/32. Kleinere und handlichere Abarten der Geige sind Tanzmeistergeige (Pochette), Violino piccolo und Kurzhalsgeige. Der industrielle Geigenbau hatte in Japan seinen Ursprung durch Masakichi Suzuki (1859–1944), dem Vater des berühmten Violinpädagogen Shinichi Suzuki, der für seine Suzuki-Methode bekannt wurde. Sie ist eine weit verbreitete Methode zum frühen Erlernen des Geigenspiels.

Bei der Bogenführung gibt es zahlreiche unterschiedliche Stricharten. Beim Staccato werden die Töne mit dem Bogen hart, schnell und kurz gespielt. Das Détaché oder Martélé spielt man, indem man die Töne einzeln, durch Auf- und Abstrich kaum merkbar getrennt, streicht. Beim Legato werden mehrere Töne in einem Bogenstrich miteinander verbunden. Außerdem gibt es noch das Tenuto, bei dem man die einzelnen Töne sehr kraftvoll anspielt. Die Saiten mit dem Holz des Bogens zu streichen, nennt man col legno. Beim Spiccato hebt der Bogen zwischen den Tönen von der Saite ab. Neben dem Streichen gibt es das Pizzicato, die Saiten werden dabei durch Zupfen mit dem Zeigefinger der rechten Hand zum Schwingen gebracht.