Cembalo

Kurzinfo

frühestes
Einstiegsalter ca.:
ab 4 Jahre
Eingangs-
voraussetzungen:
keine (der vorherige Besuch der MFE wird empfohlen).
Unterrichtsformen: Einzelunterricht.
Dozenten: Christine Stoffel
musikalische Betätigungsfelder: Kammermusik und „Alte Musik“
Instrumente: Vor Anschaffung eines eigenen akustischen oder elektrischen Instruments sollte unbedingt ein Beratungsgespräch mit dem Fachlehrer stattfinden.

Information zum Instrument

Das Cembalo gehört zur Gruppe der Tasteninstrumente, aufgrund seiner Tonerzeugung aber auch zur Gruppe der Saiteninstrumente (Chordophone). Zur Tonerzeugung werden die Saiten durch Kiele angerissen, die beweglich in Springern stecken, die ihrerseits von den Tasten aufwärts gedrückt werden. Man kann das Cembalo daher auch als „Zupfinstrument mit Klaviatur“ beschreiben. Beim Loslassen der Taste fällt der Springer zurück und dämpft mit seinem Filz die Saite ab. Anders als beim Klavier beeinflusst der Anschlag die Tonlautstärke nicht. Wie eine Orgel kann ein Cembalo aber Register haben. Dadurch lässt sich der Klang in Lautstärke und Farbe verändern. Manche Cembali verfügen über einen Lautenzug, also eine zuschaltbare Dämpfung, die das zarte Zupfen einer Laute imitiert.

Bei nachbarocken Cembali wurden weitere Möglichkeiten der Tonbeeinflussung erprobt. So besitzen die zweimanualigen englischen Cembali (u. a. von Kirkman und Shudi) einen sogenannten Deckelschweller, der mittels eines Pedals geöffnet oder geschlossen werden kann. Die dynamische Wirkung ist mit der eines Schwellwerks einer Orgel aber nur bedingt zu vergleichen.

Das Cembalo etablierte sich in der Renaissance (15. bis 16. Jahrhundert) und erlebte seine Blütezeit in der Barockmusik, bis es im ausgehenden 18. Jahrhundert nach und nach durch das Hammerklavier (Fortepiano), verdrängt wurde. Die Wiederentdeckung des Cembalos fällt in das frühe 20. Jahrhundert. Der bald einsetzende Cembalo-Boom brachte allerdings Instrumente hervor, die sich am zeitgenössischen Klavierbau orientierten. So wurden Metallrahmen und andere moderne Materialien eingesetzt, zumeist um die Klangstärke zu erhöhen. Dass der Cembaloklang lange Zeit als leblos und starr verschrien war, ist vor allem diesen Neubauten zuzuschreiben. Mit dem Aufkommen der historischen Aufführungspraxis für Alte Musik erfolgte auch eine Rückbesinnung auf die instrumentenbauliche Tradition und eine Hinwendung zu historischen Baumaterialien und Handwerksprozessen.