Gitarre

Kurzinfo

frühestes
Einstiegsalter ca.:
ab 6 Jahre
Eingangs-
voraussetzungen:
keine (der vorherige Besuch der MFE wird empfohlen).
Unterrichtsformen: Gruppenunterricht, Partnerunterricht und Einzelunterricht.
Dozenten: Jochen Lorbach, Waldemar Sheljaskow, Till Spohr, Karin Wagner
musikalische Betätigungsfelder: Die Gitarre ist ein altes und musikalisch vielseitiges Instrument mit einem Grundproblem: Sie ist zu leise, um sich mit vielen anderen Instrumenten zu vertragen. Gitarrenmusik verlangt Aufmerksamkeit, man muss sich auf sie einlassen und gut zuhören. Dies versperrte der Gitarre den Platz im Orchester und ist der Grund, weshalb klassische Gitarristen häufig unter sich bleiben. Sie spielen solo oder in Gitarren- bzw. Zupf-Ensembles. Die Kombination mit Flöte oder einem Streichinstrument ist eher die Ausnahme. Die Solo-Literatur ist allerdings umfangreich und international. Das Klischee eines Gitarristen ist ein introvertierter Einzelgänger, der mit leiser Stimme spricht, seine Gitarre fest im Arm hält und „ganz lieb“ hat. Dem gegenüber steht der extrovertierte Solisten-Typ mit Alleinunterhalter-Qualitäten, der meist parallel singt, rezitiert o.ä. Die Gitarre war auch ein Lieblingskind der Wandervogel-Bewegung, (preiswert, gut transportabel, wenige Akkorde machen schon viel her und sind leicht zu lernen) und hat sich in der volkstümlichen Liedbegleitung bis heute etabliert. In jedem Pfadfinderlager kann mindestens einer zur „Mundorgel“ klampfen.
Instrumente: Instrumente in verschiedenen Größen können je nach Alter und Größe des Schülers in begrenzter Anzahl durch die Musikschule zur Verfügung gestellt werden. Wir empfehlen das Mieten der kleinen Größen und den Kauf der großen Gitarre. Vor Anschaffung eines eigenen Instruments sollte unbedingt ein Beratungsgespräch mit dem Fachlehrer stattfinden.

Information zum Instrument

 

Die Gitarre ist ein Musikinstrument aus der Familie der Chordophone (Kastenhalslauten). Bezüglich der Tonerzeugung ist sie ein Saiteninstrument, von der Spieltechnik her ein Zupfinstrument. In der Regel besteht eine Gitarre im Wesentlichen aus einem Korpus, der als Resonanzkörper dient und einem damit verbundenen Hals der üblicherweise in einem Kopf endet. Der Korpus besteht aus Boden, Zargen und Decke. Die Decke besitzt dabei ein meistens kreisrundes Schallloch. Mittels Wirbel im Kopf werden die Saiten über den Hals zum Steg auf dem Korpus gespannt und durch Regulierung der Spannung gestimmt. Die Tonerzeugung erfolgt durch die Resonanzdecke und die von ihr in Schwingung versetzten Luftpartikel.

Typische Gitarren haben auf dem Hals Bünde. Diese helfen, die Saite beim Greifen zu verkürzen, um einen bestimmten Ton beim Anschlagen zu erzeugen. Jedes Bundstäbchen entspricht dabei einem Halbtonschritt. Diese Bauweise erlaubt es eigentlich nicht, Zwischentöne zu erzeugen. Mit geeigneten Spieltechniken wie zum Beispiel Ziehen (Bending), Bottleneck (beziehungsweise Slide) ist aber auch das möglich.

Die sechs verschieden dicken Saiten der traditionellen Gitarre sind meistens auf E – A – d – g – h – e’ gestimmt (Standardstimmung). (M)Ein Lieblingsmerkspruch für die Standartstimmung ist: Eine Alte Dumme Gans Holt Eier. Jede Saite klingt somit eine Quarte, das heißt fünf Halbtonschritte, höher als die darunter liegende Saite. Eine Ausnahme ist die h-Saite, die eine große Terz und damit vier Halbtonschritte höher als die darunter liegende g-Saite klingt. Gitarren gibt es in unterschiedlicher Größe und Mensur. So gibt es unter anderem Kindergitarren, Frauengitarren oder Flamenco-Gitarren. Ferner gibt es Gitarren für Linkshänder.

Die zwölfsaitige Gitarre wird ähnlich gestimmt wie die sechssaitige Gitarre. Zu den Saiten E, A, D und G kommt hier jedoch jeweils eine Oktavsaite, die H-Saite und die hohe E-Saite werden durch gleichgestimmte Saiten gedoppelt (Schema: Ee Aa Dd Gg hh ee). Die sechs so entstandenen Saitenpaare werden Chöre genannt. Durch sie ergibt sich ein vergleichsweise volleres Klangbild (Chorus-Effekt) als das einer sechssaitigen Gitarre. Zwölfsaitige Gitarren bespannt man ausschließlich mit Stahlsaiten, da Nylon- oder Darmsaiten für die enge Positionierung zu weit ausschwingen würden.